| Notizen |
- Nach dem Abbruch eines Medizin-Studiums betätigte sich E. als Lokalmitarbeiter und Kritiker für kleinere Zeitungen und führte nach unsteten Wanderjahren und dem Verzehr des väterlichen Erbes in Berlin das Hungerleben eines kleinen Literaten. In diesen Jahren entstanden neben Gedichten, Novellen, Romanen einige Theaterstücke, unter anderem „Familienväter“ (1904), der „Froschkönig“ (1905), der „Erbgraf“ (1907), von denen einige später im „Dritten Reich“ aufgeführt wurden. Bekannt wurde E.s freie Übertragung beziehungsweise Nachdichtung von Ibsens „Peer Gynt“ (1912), die den Sinn dieses Werkes in sein Gegenteil verkehrt, indem sie aus einem haltlosen Bauernburschen, der über mystischen Träumereien und hochfliegenden Phantasien die nächstliegende Wirklichkeit verachtet und vergißt, eine faustische Figur, einen germanischen, „lichtsuchenden“ Geist macht, der den „Weltwahn“ überwindet. Dieser Peer Gynt trägt viele selbstbiographische Züge. - Von 1913 bis zu seinem Tode lebte E. in München und Umgebung. Hier entstanden die Dramen „Lorenzaccio“ (1918) und „Heinrich der Hohenstaufe“ (1915), in dem er den vermeintlichen Führungsanspruch des deutschen Volkes und Geistes in der Welt zum Ausdruck bringt. Von Dezember 1918-21 gab E. eine Wochenschrift „Auf gut deutsch“ heraus, in der er leidenschaftlich die „Novembergesinnung“ angriff. Zwangsläufig kam er dabei bald in Berührung mit der „Deutschen Arbeiterpartei“ und Hitler, auf den er einen sehr beachtenswerten Einfluß ausgeübt hat. Das bezeugt zum Beispiel die antisemitische Broschüre „Der Bolschewismus von Moses bis Lenin, Zwiegespräch zwischen →Adolf Hitler und mir“ (1924) - ein für E.s Sprache, Stil und Geisteshaltung typisches Pamphlet. 1921 wurde er Chefredakteur des „Völkischen Beobachters“ und damit einer der maßgebenden Publizisten der jungen nationalsozialistischen Partei.
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