| Notizen |
- Wir wissen nur wenig über ihn, verfügen aber auch über verlässliche Dokumente über ihn. Zunächst einmal konnten wir sein genaues Geburtsdatum noch nicht nachweisen. Aber wir haben im Kirchenbuch von Betzenstein einen Eintrag über die Geburt eines Conz Eckart gefunden: „Mergners Item ein Kind getaufft von Fritz Eckhardt zue Mergners. Gefatter Kunz Pomp zu Eckenreuth den 4. Junij Ao1573“ Da der Pate Kunz hieß, können wir übernehmen vergessen, dass das Kind von Fritz Eckart auch Kunz hieß. Vermutlich ist dieser Kunz unser Conz. Daher können wir davon ausgehen, dass er im Jahr 1573 geboren wurde. Auch im Pfarrbuch von Betzenstein ist ein passender Heiratseintrag zu finden: „31. 1. 1592 Cuntz Eckart ist getraut worden mit Christina, des Görgen Kaysers Ehelicher Tochter.“ Die verschiedenen Dorfnamen, die erwähnt werden: Mergners, das nächste Mal Betzenstein und das nächste Mal Hunger, sind allesamt kleine Dörfer, die sehr nahe beieinander liegen. Wenn dieser Cuntz Eckart wirklich unser Conz ist, dann haben wir auch Wissen über eine frühere Generation. Im Kirchenbuch von Betzenstein haben wir folgenden Eintrag: „Fassnacht Ao 1555 . Hunger. Dienstag an Fassnacht Fritz Eckhardt vom Hunger mit Kunigunde Hertlin vom Plech getraut worden.“ ------ Wir haben viele Einträge aus dem Kirchenbuch zu unserem Conz. Seinen Besitz hielt er in Lehnsbesitz, verwaltet durch das Landesverwaltungsamt Nürnberg (LVA). Wir haben Kenntnis von zahlreichen Einträgen zu Conz aus der LVA, aus Kirchenbüchern und aus Archiven. Wir nennen hier nur ein Beispiel: Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 72, Band 673, Seite 120LAA: „Schweinthal: Am 1. Dezember des Jahres 1612 zahlten Hans Brutting aus Schweinthal und auch Conz Eckart aus demselben Ort 20 Gulden Grundsteuer und schulde noch 58 Gulden. Am 19. April 1613 „Wenn Conz Eckart den Restbetrag von 58 Gulden als Grundsteuer bezahlte.“ Conz Eckart kaufte im Dezember 1612 von Hans Brutting einen Bauernhof in Schweinthal zum Preis von 1.200 Gulden. Die oben genannte Grundsteuer ist darauf zurückzuführen. Interessant ist der Eintrag: Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 72, Band 43, Seite 79: „12. Januar 1614. Contz Eckardt und Hans Eckardt wurden beide vom Judenmair von Wannbach wegen geliehenem Geld angeklagt und zitiert Anscheinend zahlte Conz Eckart, Hans jedoch nicht. Wir wissen nicht genau, ob er mit uns verwandt ist. Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 72, Band 859 (Strafregister): „Schweinthal: Hans Eckardt wurde vom Juden Mair wegen zweier verschiedener Schulden, nämlich 28 und 33 Gulden, zusammen 61 Gulden, verklagt und von der Kanzlei des Landverwaltungsamtes ins Gefängnis gesteckt. Actum 19. Januar 1614. Als die erforderliche Kaution bezahlt war, wurde er sehr bald freigelassen.“ Dies alles geschah zu einer Zeit, als nur Juden Geld leihen durften; aber wie wir sehen, wurden sie immer „Juden“ genannt. --- Das Landverwaltungsamt kümmerte sich um alles. So liegt uns ein Eintrag vom 26. August 1623 vor: „Conz Eckart wurde am Donnerstag, den 4. September, nach Nürnberg berufen, aufgrund der Klage von Hans Müller aus dem gleichen Ort, wegen a Schlägerei.“ Wir haben eine immense Anzahl solcher Einträge, so dass die Existenz von Conz Eckart als unserem Vorfahren absolut sicher ist. Bezüglich seines Todestages wissen wir, dass er 1632 noch lebte und 1634 bereits tot war. Daher er muss 1633 gestorben sein. Conz hatte drei Söhne, Hans, und noch einmal Hans und Wolf. Die Tatsache, dass zwei Söhne Hans hießen, hängt mit dem strengen Brauch zusammen, dass Kinder die Namen ihrer Paten erhielten. Und wenn zwei Paten den Namen Hans trugen, die beiden Söhne hießen auch genauso.
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Conz (auch Cuntz oder Kunz) Eckart ist 1573 wahrscheinlichin Mergners bei Betzenstein geboren worden. Belegt istallerdings nur der entsprechende Taufeintrag im Kirchenbuchvon Betzenstein (Franken). Er lebte als Bäcker und Bauer imfränkischen Schweinthal (Egloffstein). 1592 heiratete erChristina Kayser. Im Alter von 60 Jahren starb er um 1633. Die auffällige Tatsache, dass zwei Söhne Hanns(s) hießen,läßt sich aus der strengen Regel ableiten, dass Kinder nachihren Paten benannt wurden. Wenn zwei Paten denselben Namenhatten, so hatten auch zwei Kinder denselben Namen undwurden mit den Zusätzen der Jüngere und der Ältereunterschieden. Conz wurde übrigens dieser Regelentsprechend nach seinem Taufpaten Kunz Pomp benannt. Im Nürnberger Staatsarchiv gibt es mehrere Dokumente, dieihn betreffen. Da geht es zum Beispiel im Dezember 1612 umden Kauf eines Hofes in Schweinthal für 1200 Gulden voneinem Hans Brutting (vgl. 3/ Bd. 673, S.120). Da geht esaber auch um Steuersachen und Gerichtsverfahren. So wurdeer 1614 belangt, weil er sich von einem "Juden Mair ausWannebach" (vgl. 3/ Bd. 43, S.79) Geld borgte. Das Leihenvon Geld war damals für Christen verboten.© www.roesslers.de
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